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Was tun bei Schimmel und feuchten Wänden?

Gerade bei gut isolierten Neubauten oder nach Wärmedämmungsmaßnahmen tritt immer wieder ein Problem auf: feuchte Wände und Schimmel. Das führt häufig zum Streit zwischen Mietern und Vermietern, wer daran Schuld ist und wie sich der Schaden beheben lässt.

Zunächst gilt es, die Ursache zu finden. Denn danach richtet sich, wie der Schaden zu beheben ist. Die Vielzahl möglicher Ursachen lässt sich in drei große Kategorien unterscheiden:

1. Kondenswasser durch falsches Lüften und Heizen
Indizien dafür sind: Die Feuchtigkeit tritt vor allem an Außenwänden oder an zugestellten Wänden (hinter Schränken) auf; die Schäden tauchten nach Isolierung der Fenster oder nach Einbau neuer Fenster auf; betroffen sind vor allem Bad und Küche.

2. Mängel der Bausubstanz oder der Installationen
Das kann sein: schlechte Isolierung zum Boden; undichte Stellen in Wand oder Dach; defekte Wasserleitungen, fehlerhafte Installation der Badarmaturen, undichte Fugen an Dusche oder Wanne etc.

3. Neubaufeuchtigkeit
Wird ein frisch fertig gestelltes Haus zu früh bezogen, sind oft die Wände noch nicht vollständig durchgetrocknet. Sofern sich noch kein Schimmel gebildet hat, kann es eventuell ausreichen, über verstärktes Heizen eine „Nachtrocknung“ zu erreichen.

Wer für die Ursache des Schadens verantwortlich ist, wird in der Regel auch für dessen Beseitigung sorgen müssen. Auch wenn dieser Artikel keine Rechtsberatung ersetzen kann, so mag als Faustregel gelten: Die unter (2.) genannten Ursachen sind Sache des Vermieters, während die unter (1.) genannten Punkte vermutlich durch das Verhalten des Mieters verursacht sein dürften.

Feuchtigkeit durch falsches Heizen und Lüften
Richtiges Heizen und Lüften kann ein zu feuchtes Raumklima verhindern. Häufig wird unterschätzt, wie viel Wasserdampf bei den alltäglichen Aktivitäten wie Kochen oder Duschen entsteht: bis zu 1.000 Gramm bei Kochen und Abwaschen, beim Duschen sogar bis zu 2.500 Gramm. Insgesamt verdunsten in einem durchschnittlichen Haushalt täglich bis zu 12 Liter Wasser! Die dadurch von der Raumluft aufgenommene Feuchtigkeit kann nur durch intensives Lüften (mindestens zwei mal täglich für fünf Minuten bei weit geöffneten Fenstern, möglichst mit Durchzug) nach außen gelangen, sonst schlägt sie sich an den Wänden nieder (Kondensation). Spätestens wenn die Fenster beschlagen, ist Lüften angesagt. Gerade in der kalten Jahreszeit geschieht das jedoch in vielen Wohnungen zu selten.

Die Sanierung: Ursache abstellen und Schäden beseitigen
Die Sanierung muss zuallererst die Ursache beseitigen, sei es ein baulicher Mangel oder falsches Verhalten. Danach gilt es, alle vom Schimmel befallenen Stellen je nach Material entweder komplett zu entfernen (z.B. Putz, Tapeten) oder aber gründlich zu reinigen (z.B. Fliesen). Für die Trocknung der feuchten Bauteile gibt es verschiedene Techniken: Kondensationstrocknung, Adsorbtionstrocknung, Mikrowellentrocknung und andere. Die Wahl der geeigneten Methode sollte man eigens darauf spezialisierten Firmen oder Sachverständigen überlassen.