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Was ist eigentlich …

Was bedeutet eigentlich Primärenergie?

MIT DEM BEGRIFF Primärenergie werden die in der Natur vorkommenden Energiequellen bezeichnet: Also Brenn­stoffe wie Braun­ und Steinkohle, Erdöl und Naturgase. Aber auch Kernenergie und re­generative Energien wie Sonne, Wind und Wasser sowie Erdwärme gelten als Primär­energie.

Eine bedeutende Rolle spielt der Faktor Primärenergie bei der jetzt (seit 1. Oktober 2009) in Kraft getretenen Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Darin wird als zentrale Anforderung für Neubau­ten eine Begrenzung des spezifischen Jahres­ Primärenergiebedarfs für die Beheizung und die Warmwasserbereitung vorgeschrieben. Die Obergrenze für den zulässigen Jahres­-Primärenergiebedarf wurde dabei um durch­schnittlich 30 Prozent gesenkt.

Der Jahres-Primärenergiebedarf macht sich auch in dem seit 2008 vorgeschriebenen Energiepass für Gebäude bemerkbar. Eine wesentliche Berechnungsgrundlage für die­sen Ausweis ist der Primärenergiefaktor (fp) des jeweiligen Energieträgers (etwa Erdgas oder Kohle). Er gibt das Verhältnis von ein­gesetzter Primärenergie zu abgegebener Endenergie wieder. Auch die Energieum­wandlungs­ und Transportverluste gehen in diese Größe ein. Je umweltschonender die eingesetzte Energieform und ihre Umwand­lung, desto niedriger der Primärenergiefak­tor. So liegt der Primärenergiefaktor von Strom bei ca. 3,0, bei Steinkohle, Erdgas und Heizöl bei 1,1 und bei Solarenergie bei 0,0. Mit welcher Energieart ein Haus beheizt wird, geht also als zentrale Rechengröße bei der Ermittlung des Energiebedarfes in den Energiepass ein.

Nicht jede Energieform ist ohne Umwand­lung in eine andere Energieform für tech­nische Anwendungen geeignet. Das bekannteste Beispiel ist der Strom, der in Wasserkraftwerken oder in Heizkraftwerken erzeugt wird. Auch Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel müssen erst über einen Um­wandlungsvorgang in der Raffinerie aus Erdöl erzeugt werden. Die so erzeugte oder um gewandelte Energieform wird als Sekun­därenergie bezeichnet. Die Summe der Energiemenge plus die Umwandlungsver­luste fließen in dem sogenannten Primärenergieverbrauch zusammen und dieser wird für Deutschland jährlich vom Bundes­wirtschaftsministerium berechnet. Der lag 2008 bei rund 14.000 Petajoule. Das ist ein sehr großes Maß für den Energieverbrauch, ein Petajoule entspricht 1015 Joule. An erster Stelle der verbrauchten Energieträger lagen mit 34,8 Prozent die Mineralöle, gefolgt vom Erdgas (22,1 Prozent) und der Steinkohle (13,1 Prozent). Die Atomkraft schlägt mit 11,6 Prozent zu Buche und liegt damit vor der Braunkohle (11,1 Prozent). In Deutschland sind die größten Verbraucher von Primär­energie mit rund 30 Prozent die privaten Haushalte. Nach dem Verkehr mit 28 Pro­zent folgt beim Primärenergieverbrauch die Industrie mit rund 25 Prozent. Auf Gewerbe, Handel und Dienstleistungen entfallen ins­gesamt 16 Prozent der verbrauchten Ener­giemenge.

In deutschen Haushalten wird fast 90 Pro­zent der Energie für Heizung und Warmwas­ser verwendet. Vor allem Altbauten mit schlechter Wärmedämmung und veralteten Heizungsanlagen, mit undichten Fenstern und ungedämmten Heizleitungen sorgen für hohe Energiekosten. Durch energetische Sa­nierungsmaßnahmen können hier bis zu 80 Prozent an Energie eingespart werden.


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