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cap

Was ist eigentlich…

Was bedeutet eigentlich Cap, Floor, Collar?

VERSICHERUNGEN SIND dazu da, Risiken abzufangen oder zumindest abzufedern. Die normale Pflichtversicherung für Autofahrer deckt vor allem das Risiko der anderen geschädigten Verkehrsteilnehmer ab. Wer aber auch seine eigene Blechkarosse vor Schäden schützen will, legt sich eine Vollkaskoversicherung zu.

Nichts anderes ist im Grunde der sogenannte Cap, nur geht es hier nicht um Blech, sondern um Geld. Bei dem Cap („Deckel“, „Kappe“) handelt sich um eine Art Versicherung gegen steigende Zinsen. Ein Beispiel: Ein Unternehmer will einen Kredit aufnehmen, da die Zinsen heute sehr günstig sind und er dringend flüssiges Kapital benötigt. Der Euribor (ein durchschnittlicher Zinssatz für Europa) lag in den vergangenen Wochen für eine 12-monatige Anleihe bei rund 1,7 Prozent. Der Kredit aber läuft länger als ein Jahr und wird variabel verzinst. Für die Zukunft besteht also das Risiko, dass die Zinsen wieder steigen. Gegen dieses Risiko will sich der Unternehmer absichern. Zwar ist er bereit, einen Zinsanstieg bis zu einer bestimmten Höhe mitzumachen (der Cap – der „Deckel“), darüber hinaus aber ist für ihn das Ende der Fahnenstange erreicht. Steigt der Zins nun über den Cap, wird ihm die Differenz gutgeschrieben. Konkret: Hat der Unternehmer sich etwa ein Cap von drei Prozent gekauft, der Euribor steigt aber auf vier Prozent, so tritt die „Zinsversicherung“ in Kraft, und die Differenz des einen Prozents wird ihm gutgeschrieben, sein Kredit kostet ihn also nie mehr als die drei Prozent Zinsen, wie im Cap vereinbart. Freilich, wie die Vollkaskoversicherung beim Auto gibt es die Zinsversicherung nicht umsonst, die Banken verlangen Geld für diese Absicherung, die zudem meist erst ab einer gewissen Summe (einer halben Million Euro) gewährt wird.

KEIN ABSTURZ DER ZINSEN

Geht es beim Cap also um eine Zinsobergrenze, so handelt es sich beim sogenannten Floor („Fußboden“, „Sockel“) um das genaue Gegenteil: Er ist sozusagen eine Versicherung gegen den Absturz der Zinsen unter ein bestimmtes, festgelegtes Niveau. Die Käufer von Anleihen mit variablem Zinssatz sichern sich so einen Mindestzinssatz. Fällt die Rendite der Anleihen unter den bestimmten Floor, wird auch hier die Differenz als „Versicherungsleistung“ erstattet. Die Kombination beider Zinsinstrumente wird nun Collar („Kragen“) genannt und bildet so einen Zinstunnel oder einen Zinskorridor. Der Collar als eine Kombination von Cap und Floor ist eine Bandbreitenoption. Beispiel: Ein Cap wird gekauft, ein Floor wird verkauft , und zwar zu auseinanderliegenden Basispreisen. (Es ist auch die umgekehrte Variante denkbar, ein Cap wird verkauft, ein Floor wird gekauft.) Der Prämienaufwand aus dem Cap wird mit dem Ertrag aus dem Floor verrechnet und auf diese Weise reduziert. Im Idealfall heben sich Prämienkosten und Prämienertrag auf (Null-Kosten – „Zero Cost“). Der Zinssatz kann also für einen Kreditnehmer nur innerhalb einer Bandbreite schwanken. Die Absicherung nach oben wird so gegen Aufgabe von Marktchancen nach unten verbilligt. Das heißt, der Kreditnehmer gibt seinen etwaigen Vorteil durch fallende Zinsen auf, da er mit dem Floor quasi einen Boden eingezogen hat, kann dies aber mit den Kosten für den Cap verrechnen. Cap, Floor und Collar sind also eine Art Vollkaskoversicherung im Kreditwesen. Anders als beim Autofahren kann mit diesen Versicherungen auch selbst gehandelt werden. Wer etwa ein Cap zu einem günstigen Zeitpunkt mit allgemein niedrigen Zinsen gekauft hat, kann versuchen, diesen in Zeiten mit stark steigenden Zinsen weiterzuverkaufen.


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