deutscher-nachhaltigkeitskodex

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex

Nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsvolle Unternehmensführung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Um dies zu fördern, ist im Oktober 2011 nach jahrelangen Vorarbeiten der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) verabschiedet worden. Unternehmen jeder Größe können ihn nutzen, um ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit glaubwürdig zu dokumentieren. Jedes Unternehmen, das eine so genannte Entsprechenserklärung zum Kodex abgibt, zeigt damit, dass es ihm mit dem Nachhaltigkeitsgedanken ernst ist und was es konkret dafür tut. Dahinter steht kein komplexer Zertifizierungsprozess, sondern es handelt sich um eine Selbstauskunft als Kommunikationsinstrument. So soll der Kodex zu mehr Transparenz und besserer Vergleichbarkeit beitragen.

Weil der Kodex die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen behandelt, beruht er auf Freiwilligkeit. Dahinter steht die Überzeugung: Unternehmerisches Engagement, das über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen soll, lässt sich nicht erzwingen.

Der DNK entstand in Zusammenarbeit mit den relevanten Stakeholdergruppen, von Non-Profit-Organisationen über Finanzmarktakteure bis hin zu den Unternehmen selbst, die seine Praxistauglichkeit geprüft und bestätigt haben.

Jedes Unternehmen kann den Kodex nutzen: egal ob groß oder klein, börsennotiert oder nicht, mit bereits etablierter Nachhaltigkeitsberichterstattung oder ohne. Anhand klar definierter Leistungsindikatoren bewertet der DNK insgesamt 20 Kriterien zu Aspekten der nachhaltigen Unternehmensführung. Dazu zählen:

STRATEGIE

  • Analyse, Strategie und Ziele

 
PROZESSMANAGEMENT

  • Regeln und Prozesse
  • Anreizsysteme
  • Stakeholderengagement
  • Innovations- und Produktmanagement

 
UMWELT

  • Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

 
GESELLSCHAFT

  • Arbeitnehmerrechte und Diversity
  • Menschenrechte
  • Gemeinwesen
  • Politische Einflussnahme
  • Korruption

 
Ins Leben gerufen wurde der DNK vom Rat für Nachhaltige Entwicklung; Eric Schweitzer, Mitglied des Rates und Präsident der IHK Berlin, hält den Kodex für ein „sinnvolles Instrument, um die Bemühungen der deutschen Wirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung noch stärker zu unterstützen. Unternehmen erhalten eine verlässliche Grundlage, mit der sie ihre Aktivitäten evaluieren, ausbauen und glaubhaft kommunizieren können."

Zu den wesentlichen Zielen des DNK zählt die stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten am Kapitalmarkt. Er richtet sich daher insbesondere an Finanzmarktakteure wie Analysten, Fondsmanager und andere institutionelle Investoren. Denn sie fungieren als Impulsgeber und Multiplikatoren, wenn sie Aspekte der Nachhaltigkeit in ihre Analyse von Chancen und Risiken einbeziehen. Wörtlich heißt es dazu in der Einleitung des DNK: „Als wichtige Akteure des Marktes sollten Analysten und Investoren ihre Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung stärker wahrnehmen.“ Um die Zukunftsfähigkeit der Märkte zu sichern, müsse in die Beurteilung von Chancen und Risiken auch das Wissen um die „Tragweite der Veränderungen von Klima- und Umwelteigenschaften“ einfließen. Dabei soll der Kodex als verbindliches und transparentes Informationsinstrument helfen, Anlagegelder und damit Investitionen in zukunftsfähige Geschäftsmodelle und Unternehmen zu lenken.

Obwohl die Bezeichnung als Deutscher Nachhaltigkeitskodex das nicht unbedingt vermuten lässt, soll er auch weltweite Wirkung entfalten: Er orientiert sich an den internationalen Rechnungslegungs­standards sowie am UN Global Compact und der Global Reporting Initiative (GRI). Zitat aus der Einleitung des DNK: „Unternehmen am Standort Deutschland können ihre Nachhaltigkeitsperformance durch ihre Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex weltweit transparent und zu einem Wettbewerbsvorteil machen.“

Neben weiteren Informationen finden Sie auch eine Vorlage mit den einzelnen Kriterien für die Bewertung als Download unter:
www.nachhaltigkeitsrat.de/de/projekte/eigene-projekte/deutscher-nachhaltigkeitskodex