
12. Januar 2005.
Die Techem AG hat das Geschäftsjahr 2003/2004 (30.09.) erneut mit glänzenden Ergebnissen abgeschlossen. Der Umsatz stieg um 5,8 Prozent auf 432 Millionen Euro (408,5 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte sogar um 92,6 Prozent auf 85,9 Millionen Euro (44,6 Millionen Euro) gesteigert werden. Der Jahresüberschuss hat sich von 15,3 auf 44,3 Millionen Euro fast verdreifacht, so Vorstandsvorsitzender Horst Enzelmüller am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0,60 auf 1,77 Euro.
Techem will das hervorragende Ergebnis wie in den Vorjahren zur Rückführung der Nettoverschuldung und zur Stärkung der Eigenkapitalbasis nutzen. Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung am 3. März 2005 deshalb vorschlagen, keine Dividende zu zahlen. Die Eigenkapitalquote stieg von 23,5 auf 30,9 Prozent, die Nettoverschuldung wurde von 265,2 auf 216,2 Millionen Euro gesenkt. Die Zahl der Mitarbeiter ging von 2.371 auf 2.153 zurück.
Vorstandsvorsitzender Horst Enzelmüller bewertet die Zahlen aufgrund ihrer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung mehr als positiv: "Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr das Fundament für ein stetiges Wachstum gelegt. Denn wir haben nicht nur das Kostenniveau langfristig gesenkt, sondern auch systematisch neue Wachstumsoptionen eröffnet." Enzelmüller vor dem Hintergrund eines stagnierenden Marktumfeldes im Kerngeschäft Energy Services in Deutschland: "In unserem traditionellen Geschäft der Erfassung und Abrechnung von Wärme und Wasser wachsen wir gegen den Trend im Wohnungsbau. Das gelingt uns vor allem durch den Umstieg auf eine höherwertige Technologie." Enzelmüller legt Wert auf die Feststellung, dass Techem nicht nur in Wachstumssegmenten, sondern insbesondere im "Stammgeschäft" sehr profitabel arbeite.
Funkstrategie wird konsequent weitergeführt
Enzelmüller bezieht sich auf den gezielten Ausbau der Erfassung und Ablesung über Funk. Techem hat mittlerweile über 4,4 Millionen Funkgeräte installiert und hält hier einen Marktanteil von 80 Prozent in Deutschland. Mit einer neuen Gerätegeneration der Heizkostenverteiler erleichtert Techem zudem den Umstieg auf die Funktechnik. Jedes neu installierte elektronische Gerät ist prinzipiell "funkfähig". Es kann jederzeit mit geringem Aufwand während der regulären Lebensdauer von zehn Jahren auf Funkbetrieb umgestellt werden, wenn der Kunde dies wünscht. Eine aufwändige Neuinstallation ist dann nicht notwendig. Enzelmüller: "Wir kommen Kunden entgegen, die nicht direkt von Altgeräten auf Funk umstellen wollen."
Energy Contracting mit zweistelliger Wachstumsrate
Das Geschäftsfeld Techem Energy Contracting, das auf der Basis langfristiger Verträge Wärme, Kälte und Nutzenergien für Gewerbe- und Wohnimmobilien liefert, konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder um über 20 Prozent zulegen, und trägt mit 47,8 Millionen Euro (Vorjahr 39,2 Millionen Euro) jetzt rund elf Prozent zum Konzernumsatz bei. Enzelmüller ist zuversichtlich, das Tempo halten zu können, da in diesem Segment das Marktpotenzial noch lange nicht ausgeschöpft sei. Einen leichten Umsatzrückgang von 8,4 auf 7,5 Millionen Euro hatte Techem IT Services zu verzeichnen, der im Wesentlichen auf den Verkauf einer kleinen Softwaretochter zurückzuführen ist.
Neue Weichenstellung im Vertrieb
Kontinuierliche Umsatzsteigerungen erwartet Vorstandschef Enzelmüller aus dem Zusammenwachsen der drei Geschäftsfelder: "Wir haben den Vertrieb unserer Produkte und Dienstleistungen in einer organisatorischen Einheit zusammengefasst." Der Kunde erlebt Techem aus einer Hand, die "kleineren" Geschäftsfelder Energy Contracting und IT Services können sich so effektiv das große Stammkundenpotenzial erschließen. "Wir bieten alle Bausteine in der Kette von der Energielieferung bis zur Abrechnung und stellen eine modulare Software zur Immobilienbewirtschaftung zur Verfügung", so Enzelmüller weiter. Dieses Alleinstellungsmerkmal sei "ein Pfund, mit dem Techem immer stärker" wuchern werde.
Ausland: Gute Aussichten von Osteuropa bis China
Im Ausland setzt Techem seine Strategie der Erschließung klar definierter Zielmärkte fort. Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen weiterhin in der "Ostschiene", von den Ländern Osteuropas über Russland bis nach China. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Techem laut Enzelmüller Zuwächse insbesondere in Rumänien, wo 2004 eine Gesetzgebung zur verursachergerechten Verbrauchserfassung eingeführt wurde. Den großen Märkten Russland und China müsse man hingegen noch Zeit zur Reifung geben. In China sieht Enzelmüller Techem gut aufgestellt, seit im November eine eigene Tochtergesellschaft in der Stadt Dalian gegründet wurde. Im letzten Herbst hat Techem Wohngebäude in drei chinesischen Städten mit Erfassungsgeräten im Rahmen von Pilotprojekten ausgestattet.
Aktienkurs hat sich hervorragend entwickelt
Der Aktienkurs spiegelte den Unternehmenserfolg wider und schloss mit der drittbesten Performance im MDAX zum 30.12.2004 ab. Der Kurs stieg im Jahresverlauf von 15,35 Euro auf 26,75 Euro. Das entspricht einer Börsenkapitalisierung von 660 Millionen Euro. Der Xetra-Schlusskurs am 11. Januar 2005 lag bei 28,67 Euro.
Techem AG - das Geschäftsjahr 2003/2004 auf einen Blick
| (in Millionen Euro) | 2003/2004 | Vorjahr | Änderung | |
| Umsatz | 432,0 | 408,5 | +5,8 % | |
| - Energy Services | 376,7 | 360,9 | +4,4 % | |
| - Energy Contracting | 47,8 | 39,2 | +21,9 % | |
| - IT Services | 7,5 | 8,4 | -10,7 % | |
| EBIT | 85,9 | 44,6 | +92,6 % | |
| Jahresüberschuss | 44,3 | 15,3 | +189,5 % | |
| Operativer Cashflow | 108,6 | 102,2 | +6,3 % | |
| Investitionen | 59,9 | 54,2 | +10,5 % | |
| Eigenkapital | 166,6 | 125,4 | +32,9 % | |
| Nettoverschuldung | 216,2 | 265,2 | -18,5 % |
| 2003/2004 | Vorjahr | ||
| Kunden (rund) | 611.000 | 605.000 | |
| Installierte Geräte (in Millionen) | 36,9 | 36,6 | |
| - davon Funk | 15,3 % | 10,7 % | |
| 2003/2004 | Vorjahr | ||
| Mitarbeiter | 2.153 | 2.371 | |