Deutsche geizen beim Heizen – aber immer noch zu wenig!

Techems jährliche Verbrauchsstudie in 122 Städten

09.07.07

09. Juli 2007

Massive Einsparungen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Die Deutschen geizen zwar zunehmend beim Heizen und sparten in der Heizperiode 2005/06 so viel Heizenergie wie noch nie – für den Klimaschutz reicht das aber immer noch nicht aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Eschborner Techem AG in ihrer jährlichen Verbrauchsstudie für 122 Städte. Danach sank der Durchschnittsverbrauch auf das neue Rekordniveau von 15,37 Liter pro Quadratmeter (l/m2) Wohnfläche. Acht Jahre zuvor, im relativ warmen Winter 97/98, lag dieser Wert noch bei 17,75 l/m2 – mithin ein Rückgang um gut 13 Prozent. Ursachen dafür sind Energiesparmaßnahmen der Gebäudeeigentümer und zunehmendes Verbrauchsbewusstsein der Haushalte. Nach Aussagen von Techem-Pressesprecher Stefan Lutz sind diese Einsparungen aber „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“: Allein beim Heizen einer durchschnittlichen 70 m2-Wohnung fallen jährlich fast 2,8 Tonnen CO2 an – da muss noch mehr getan werden!“

Die Zahlen ermittelte Techem, einer der europaweit führenden Dienstleister bei der Erfassung und Abrechnung von Energie und Wasser, auf der Basis von 1,5 Millionen Wohnungen in zentral beheizten Mehrfamilienhäusern, in denen Techem die Heizkosten abliest. Die Untersuchung beschränkt sich auf westdeutsche Haushalte, da in Ostdeutschland überwiegend mit Gas oder Fernwärme geheizt wird.

Nach wie vor gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Städten: Während für Lünen, Castrop-Rauxel und Bocholt ein Rückgang von über 25 Prozent ermittelt wurde, stiegen die Verbräuche für Offenburg, Marl und Fürth sogar noch leicht an.

Auch zwischen den Regionen offenbart die aktuelle Heizperiode 2005/06 gleichfalls große Unterschiede: Küstennahe Städte wie Husum (18,56), Rendsburg (18,89) und Schleswig (18,94) lagen klar über 18 Liter pro Quadratmeter, westdeutsche Städte wie Lünen (12,25), Dinslaken (12,93), Castrop-Rauxel (12,93) und Dorsten (12,96) hatten mit 12 bis 13 Liter pro Quadratmeter die niedrigsten Verbräuche. Noch krasser werden diese Unterschiede bei den Heizkosten: Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung zahlten Städte in Nordrhein-Westfalen jährlich rund 225 Euro weniger als Städte in Schleswig-Holstein.

Trotz des gesunkenen Heizölverbrauchs: Die Heizkosten sind in den letzten acht Jahren stetig gestiegen – sie haben sich sogar verdoppelt! Stefan Lutz: „Um den Anstieg der Heizkosten erträglich zu halten, darf die Wohnungswirtschaft nicht nachlassen, energiesparende Maßnahmen zu ergreifen. Unsere Studie hat nämlich auch gezeigt, dass jedes fünfte Gebäude 20 und mehr Liter Heizöl für einen Quadratmeter Wohnfläche verbraucht.“ Schnelle Abhilfe versprechen so genannte Energiesparsysteme wie ecotech. Dabei erkennen Funk-Heizkostenverteiler, wenn der Heizkessel zu viel Wärme liefert. Das System drosselt dann automatisch die Vorlauftemperatur, ohne dass es in der Wohnung auch nur andeutungsweise kälter wird. Der Energieverbrauch geht so um bis rund zehn Prozent zurück, wie bereits in mehreren Projektanlagen nachgewiesen wurden.

Die Tabelle mit den Werten der 122 Städte finden Sie hier: