
Erst das Auto, dann die Heizung: Beim Energiesparen denken deutsche Haushalte zunächst ans Benzin, dann an den Strom und irgendwann auch an die Heizkosten. Das ergab eine von der Techem AG (Eschborn) in Auftrag gegebene Repräsentativumfrage der forsa Gesellschaft für Sozialforschung. Danach sparen 44 Prozent aller Haushalte beim Benzinverbrauch, 40 Prozent beim Strom und gerade einmal neun Prozent bei den Heizkosten.
Wird es ihnen in der Wohnung zu warm oder wollen sie bewusst Energie sparen, drehen 60 Prozent der Mieter die Thermostatventile der Heizung niedriger, bei den Wohnungseigentümern sind es 72 Prozent. Insgesamt senken die meisten Befragten lieber die Temperatur (52 Prozent), als einzelne Zimmer bedarfsgerecht zu heizen (42 Prozent). Zehn Prozent der Befragten zeigen wenig Energiebewusstsein: Sie öffnen ein oder mehrere Fenster und verschwenden damit kostbare Energie. 75 Prozent drosseln die Heizung, lüften aber nicht. 12 Prozent tun beides – wie es Fachleute empfehlen. Erfreuliches Ergebnis der Techem-Umfrage: Rund drei Viertel aller Bundesbürger haben immerhin die Absicht, tatsächlich beim Heizen sparen.
83 Prozent der Befragten gaben an, sie könnten die Zimmertemperatur jeweils einzeln regulieren, elf Prozent in der Lage, die Heizung lediglich insgesamt hoch – oder herunterzufahren. Sechs Prozent hingegen können – wie früher in der DDR – selbst überhaupt keinen Einfluss nehmen. Unterschiede bei Mietern oder Eigentümern gab es dabei keine.
Bedenklich ein anderes Ergebnis: Über die Hälfte der Bevölkerung hat keine klare Vorstellung über die Heizkosten. Was sie monatlich für eine warme Stube ausgeben müsse, wissen gerade einmal 29 Prozent Bescheid. Vor allem bei den 18- bis 29-Jährigen herrscht ein großes Informationsdefizit. Vom Haushaltseinkommen und den Eigentumsverhältnissen ist das Ergebnis relativ unabhängig.
Die Umfrage des Energiedienstleisters brachte zudem zutage, dass in etwa 25 Prozent aller Wohnungen in den letzten drei Jahren energiesparende Maßnahmen eingeleitet wurden. Dabei waren Haushalte mit höherem Einkommen in der Mehrheit.
Die Verteilung der Heizkosten auf die einzelnen Parteien in ihrem Haus halten 66 Prozent der Mieter in Mehrfamilienhäusern für gerecht, 13 Prozent sagen nein, 21 Prozent sind unentschieden. Bei der Frage nach der korrekten Abrechnung der Mietnebenkosten glauben 75 Prozent, dass alles stimmt. 18 Prozent haben Zweifel, sieben Prozent keine Meinung dazu.